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Herbert Posch, Doris Ingrisch, Gert Dressel: "Anschluß" und Ausschluss 1938. Vertriebene und verbliebene Studierende der Universität Wien. Wien 2008

  

Buchcover

März 1938: Mit dem "Anschluß" an das Deutsche Reich wird auch die Universität Wien, die größte Hochschule Österreichs, radikal und in kürzester Zeit zu einer nationalsozialistischen Institution umgestaltet. Betroffen davon waren vor allem die vielen Studierenden, die nach den "Nürnberger Rassengesetzen" als Jüdinnen und Juden galten. Innerhalb nur weniger Wochen wurden sie vom weiteren Studium ausgeschlossen. Im vorgestellten Buch wird auf Basis umfangreichen Archivmaterials die Universitätspolitik des Ausschlusses rekonstruiert. Anhand statistischer Auswertungen werden die Studierenden der Universität Wien von 1938 als soziale Gruppe beschrieben. Darüber hinaus werden auf Grundlage lebensgeschichtlicher Interviews und anderer Selbstzeugnisse die Bildungs- und Berufsbiografien von vertriebenen wie verbliebenen Studierenden des Jahres 1938 exemplarisch nachgezeichnet.

 

 

 

 

Inhaltsverzeichnis

Grußwort Rektor Georg Winckler
Vorwort von Friedrich Stadler
Danksagung

1. Einleitung (19-60)
Gert Dressel, Doris Ingrisch, Herbert Posch

1.1   "Im Eigenen"
1.2   Quellen und Methoden 1 | Archivalien und Quantitative Zugänge
1.3   Quellen und Methoden 2 | biografisch-narrative Interviews und andere Selbstzeugnisse
1.4   Ein-Blicke

2. Studierende und die Universität Wien in der Dauerkrise 1918 bis 1938 (61-99)
Herbert Posch

2.1   Auseinandersetzung um ein Studentenrecht
2.2   Studierendenzahlen 1918-1938
2.3   Akademische Abschlüsse 1918-1938
2.4   Anteil der Studierenden an der Bevölkerung
2.5   Anteil jüdischer Studierender
2.6   Frauenstudium bis 1938
2.7   Ausländische Studierende
2.8   Verelendung der Studierenden
2.9   Austrofaschismus: Staatliche Interventionen in die Universität und in die Vertretung der Studierenden

3. März 1938 | "Anschluß" und Ausschluss: Vertreibung der Studierenden der Universität Wien (99-140)
Herbert Posch

3.1   Ausschluss von der Inskription und "Ariernachweis"
3.2   Einführung des Numerus clausus für jüdische Studierende
3.3   Zutritt zu Universität, Instituten und Bibliothek verboten
3.4   Aufhebung der Zulassungssperre zu Abschlussprüfungen und Promotionen
3.5   "Nichtarierpromotionen und -sponsionen" 1938

4. Die Studierenden von 1938 (141-178)
Herbert Posch

4.1   Exkurs: Das Nationale und ihr Stellenwert im Prozess von Einschluss und Ausschluss
4.2   Studierendenstromanalyse - Zusammensetzung der Studierenden
4.3   Vertriebene und verbliebene Studierende
4.4   Lehrveranstaltungsbesuch an der Philosophischen Fakultät

5. Erleben, Erinnern und Erzählen – der März 1938 aus der Perspektive von Studierenden an der Universität Wien (179-198)
Doris Ingrisch, Gert Dressel

5.1   Ehemalige Studierende erzählen
5.2   Plötzlich bedroht
5.3   Spurenlos und sprachlos
5.4   Erleben und Erzählen im "Dazwischen"
5.5   Verstrickungen
5.6   Immer: retrospektive Sinnzuschreibungen

6. 1938 ff. (199-260)
Doris Ingrisch, Gert Dressel, Herbert Posch

6.1   Erzählungen über die Universität im Nationalsozialismus
6.2   Zur Bedeutung von Brüchen in der Bildungsbiografie
6.3   "The miracle of my survival" - und die Zeit nach dem Nationalsozialismus

7. Erfahrungen und Erzählungen von (Nicht-) Zugehörigkeiten (261-300)
Gert Dressel, Doris Ingrisch

7.1   Narrative Bearbeitungen von Kontingenzerfahrungen
7.2   nirgends zugehörig?
7.3   Ver-Ort-ungen
7.4   Politisch-ideologische (Nicht-)Zugehörigkeiten
7.5   Beruf und ... ?
7.6   Resümee

8. Bilder über Bildung, Wissen, Menschen und das (eigene) Leben (301-328)
Doris Ingrisch

8.1   Die Steine von Stonehenge
8.2   Referenzräume
8.3   Lesarten
8.4   Rationalitätsverfasstheiten

9. Porträtskizzen (329-350)

Kurt Elias |
Maria Hertz-Levinson |
Maria Hornung |
Ilse Aschner |
Rudolf Wenger |
Mona Lisa Steiner |
Ella Lingens Rainer |
Walter H. Sokel |
Muriel Gardiner

10. Die Namen der vertriebenen Studierenden der Universität Wien (351-505)
Herbert Posch

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Forschungsprojekt

Das Forschungsprojekt "Bildungsbiografien und Wissenstransfers | Studierende der Universität Wien vor und nach 1938" wurde im Zeitraum November 2004 bis September 2007 von Herbert Posch, Doris Ingrisch und Gert Dressel unter der Leitung von Friedrich Stadler durchgeführt,
gefördert vom Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank als Kooperation von
Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien und
Institut für Hochschulforschung der Universität Klagenfurt.

Nähere Informationenen unter Forschungsprojekt

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Medienecho

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Buchpräsentation und Vortrag Walter Sokel 2008

Friedrich Stadler (li.), Vorstand Institut für Zeitgeschichte und Georg Winckler (re.), Rektor der Universität Wien bei Ihren Ansprachen
Die AutorInnen v.l.n.r.: Herbert Posch, Doris Ingrisch, Gert Dressel
Walter H. Sokel bei seiner Rede
Die Namen von 1.570 vertriebenen Studierender waren präsent

12. März 2008, 18:30 Uhr
Kleiner Festsaal der Universität Wien
Wien 1., Dr. Karl Lueger-Ring 1

im Rahmen des dies academicus

Vortrag von Commonwealth Professor Em. Walter H. Sokel, University of Virginia
(1938 als Student von der Universität Wien vertrieben)
"Das provisorische Dasein: 1936-38. Universität, Roman und Flucht"
>> Vortrag anhören (Audiostream)


Es sprechen:
- Georg Winckler, Rektor der Universität Wien
- Friedrich Stadler, Vorstand des Instituts für Zeitgeschichte der Universität Wien
- die AutorInnen Gert Dressel, Doris Ingrisch und Herbert Posch
- Walter H. Sokel, Professor Emeritus der University of Virginia (Vortrag von Walter Sokel als mp3)

anschließend Umtrunk

zu Prof. Walter H. Sokel

Univ.-Prof.em.Dr., geb. 1917 in Wien, maturierte hier 1936 und studierte bis März 1938 an der Universität Wien Romanistik. Er flüchtete über Italien und die Schweiz 1939 in die USA. Er konnte dank eines Stipendiums zuerst Philosophie und Geschichte studieren, seine Studien dann an der Columbia University in Germanistik und Vergleichender Literaturwissenschaften fortsetzen und schloss 1953 mit einer Dissertation über den literarischen Expressionismus und einem Ph.D. ab. Seit 1946 hatte er bereits an diversen Universitäten gelehrt. Als Ordinarius war er ab 1964 an der Stanford University als renommierter Kafka-Experte tätig. Schließlich fungierte er bis zu seiner Emeritierung 1994 als Commonwealth Professor für Germanistik und Anglistik an der University of Virginia.

 







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Zusammenstellung: Herbert Posch, zuletzt aktualisiert am:
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